1. Favela Prospekt deutsch
2. „Stichting Favela-Kinder Rio“ - Berichte
3. Pater Eckart – Hafenschule  Link zu: www.vot.com.br
4. Recife – Galpao de Meninos e Mininas de Santo Amaro
5.   Recife AdoleScer - Jahresbericht 2011

 

Favela

 

Denkst du an ein Jahr, säe ein Samenkorn,
Denkst du an ein Jahrzehnt, pflanze einen Baum.
Denkst du an ein Jahrhundert, erziehe einen Menschen.
Albert Schweitzer

Ihr Lieben,

durch die Berichterstattungen über Natur- und durch Menschen verursachte Katastrophen, Hungersnöte, Kindsmisshandlungen etc. kommt in uns des Öfteren ein Gefühl der Ohnmacht und der Hilflosigkeit auf, jedoch "Vertrauen ist Mut und Treue ist Kraft." (Marie von Ebner-Eschenbach).

Wir sind außerordentlich dankbar, dass wir in Brasilien zuverlässige Menschen mit Herz gefunden haben, die das gleiche Anliegen wie wir haben und das gleiche Ziel wie wir verfolgen. So will z.B. die Grupo AdoleScER- Recife unter der Leitung von Gunde Schneider durch Bildung den Teufelskreis von Armut und Gewalt, Drogen, Teenager-Schwanger-schaften, HIV/AIDS durchbrechen. Sie wendet dabei das Peer-Education-Konzept an: "Gleiche klären Gleiche auf" und leistet so Hilfe zur Selbsthilfe. Zurzeit werden 100 Jugendliche aus Armenvierteln in einem dreijährigen Kurs zum Peer Educator ausgebildet.

Dank IHRER Spenden konnten wir dieses Projekt mit € 5.000,00 unterstützen, so dass viele junge Menschen eine einzigartige Chance erhalten zu wachsen und zu gedeihen. Durch IHRE Unterstützung lassen SIE die Welt unzähliger junger Menschen und deren Familien heller und sonniger werden.

Folgendes ist im Jahresbericht der Grupo AdoleScER und des Förderkreises für Brasilien – Hilfe zur Selbsthilfe - zu lesen: "Wir danken Frau Elfriede Kloke-Eibl für ihre wunderschönen Choreographien. Gerade übt Mercia (eine ihrer Schülerinnen) die Misa Latina Americana mit Kindern und Jugendlichen aus 4 Favelas ein. Dankbar sind wir der Stichting-Favela-Kinder für ihre stets spontane, großherzige Hilfe und tiefe Verbundenheit." Die Stichting hat auch in diesem Fall einen größeren Betrag gespendet. Geplant ist, eine DVD zu produzieren in Zusammenarbeit mit dem Filmer Michael Schilhansl. Der Erlös soll
den Favelas zu gute kommen. >> Mehr Informationen zur Grupo AdoleScER : – auch in deutscher Sprache www.adolescer.org.br. <<

Zum neunten Mal waren wir wieder in Rio, besuchten – auf Wunsch "unserer Kinder" – den Corcovado und verbrachten einen unvergesslichen Tag mit unseren Familien. Die Kinder und ihre Mütter sind uns im Laufe der Jahre sehr ans Herz gewachsen und es verbindet uns eine herzliche Zuneigung. Wir fanden Zeit und Muße, mit jeder Mutter und allen Kindern zu sprechen und uns nach ihrem Wohl und Weh zu erkundigen. –

Übrigens: Paulo arbeitet als Boy im Sheraton-Hotel an der Copacabana. Er wird Anfang des Jahres eine wunderhübsche junge Frau heiraten und in 5 Monaten Vater werden.

Pater Eckart, der in Rio ein großes Krankenhaus, die Hafenschule gründete (die 3 unserer Kinder besuchen: Laiane, Fernanda und Thiago) und mehrere Sozialprojekte leitete, hat sich 75jährig aus Krankheitsgründen zurückgezogen und Pater Francisco Belotti als Nachfolger eingesetzt. Mit einem jährlichen Beitrag von € 3.000,-- unterstützen wir die Schule und € 5.000,00 konnten wir in diesem Jahr für das Kinderdorf spenden, in dem missbrauchte und misshandelte Kinder ein zu Hause finden.

Das Frauenprojekt, unter der Leitung von Claudia, entwickelt sich weiterhin sehr positiv. Sie hat eine Assistentin angestellt für das Handwerkliche, so dass sie sich immer mehr um die sozialen Probleme der Familien kümmern kann. Leider findet sie nicht die Zeit, um uns regel-
mäßiger und ausführlicher zu berichten. Sie hat jedoch unser volles Vertrauen. Die Stichting zahlt ihr ein monatliches Gehalt von R$ 400,00.

Auch von Pepi, des Projektleiters von Galpao dos Meninos e Meninas de Santo Amaro in Recife erhielten wir einen ausführlichen Projektbericht, nachzulesen auf unserer website www.sacreddance.de verbunden mit der Bitte um Unterstützung. Die Stichting konnte einen Betrag von € 5.000,00 für die Musik- und Tanzprojektespenden.

Es ist uns ein großes Bedürfnis, uns an dieser Stelle für das in uns gestellte Vertrauen, IHR Engagement und IHRE Treue herzlichst zu danken. Jeder Cent und jeder Einsatz – ein Samenkorn.

Wie hoffen, IHNEN im nächsten Jahr eine DVD zusenden zu können, damit Sie die wundervollen, tatkräftigen, mutigen Menschen vor Ort und unsere Kinder und Familien ‚life' erleben könnt.

Im Namen aller Kinder und Jugendlichen wünschen wir IHNEN allen von ganzem Herzen ein Fest der Liebe und Hoffnung und ein gesundes, zufriedenes Jahr 2012 und "dass das Licht jedes Morgengrauens SIE stets von neuem glücklich macht und dass IHR Weg von den Sternen am Himmel erhellt wird." (Gunde Schneider).

In herzlicher Verbundenheit

Friedel Kloke,Eibl Saskia Kloke und Lydie Ruch

Letter in English
Intensivseminar

 

Bericht 2010

15. Dezember 2010

In diesem Jahr sind Lydie und ich die Brasilienreise im, d.h. mit Rollstuhl angetreten!! Wir lösten damit unser Versprechen ein, Anselmo (26) und seiner Frau (21) gute Rollstühle zu besorgen. Sie weinten vor Freude. Die junge Frau schrieb auf einen Zettel: „Nie, keinen einzigen Augenblick haben wir daran geglaubt; wir sind es gewohnt, mit Versprechungen gefüttert zu werden, aber nie folgt eine Tat.“

Unsere Kinder hatten sich wieder eine Fahrt zur Insel Paqueta gewünscht. Das größte Vergnügen bereitet ihnen, mit der Kutsche zu fahren und mit Fahrrädern (viele mit Stützrädern) über die autofreien Straßen zu ‚racen‘ und danach Riesenportionen Fleisch, Pommes und Eis zu verzehren. Während der jeweils einstündigen Schiffsreise bietet sich immer die Gelegenheit, mit den Müttern über ihre Probleme zu sprechen. Der eindringlichste Wunsch der größeren Buben war: „Bitte, Madrinha, hilf uns, Arbeit zu finden!“ Es zerreißt einem das Herz.

Die Hafenschule von Pater Eckart haben wir natürlich auch wieder besucht. Wir spenden € 3.000,00 pro Jahr, damit eine große Anzahl Favelakinder diese Schule besuchen können und täglich eine Mahlzeit erhalten. Wir sind sehr dankbar, dass Pater Eckart zwei unserer Patenkinder – Laiane und Fernanda - aufgenommen hat, und hoffen, dass im nächsten Jahr ein weiteres Kind diese Möglichkeit erhält. – Saskia und ich fanden es wunderbar, mit 80 Kindern, der Direktorin, Lydie und Anne-Dore, die uns begleiteten, und Conny (die rechte Hand von Pater Eckart und unsere Ansprechpartnerin) in der Schule zu tanzen.

Das Frauenprojekt, unter der Leitung von Claudia, entwickelt sich sehr positiv. Sie hat eine Assistentin angestellt für das Handwerkliche, so dass sie sich immer mehr um die sozialen Probleme der Familien kümmern kann. Sie erhält von der Stichting ein monatliches Gehalt von R$ 400,00 (= € 176,00)

Dona Ana’s Haus war von einem Erdrutsch betroffen. Wir haben ca. € 600,00 Euro gespendet, damit das Haus wieder aufgebaut werden kann. Dona Ana erhält für die Betreuung von Kindern von der Stichting R$ 300,00 (€ 132,00) monatlich.

Dona Rosa werden wir nicht mehr unterstützen. Sie hat einige Jahre in einer anderen Favela Kindern bei den Hausarbeiten geholfen und sie in Abwesenheit der Mütter beschäftigt und sich gleichzeitig um ihren Sohn Anselmo und seine kleine Familie gekümmert. Nebenher hat sie studiert und jetzt ihr Examen als Lehrerin bestanden. Wir hoffen sehr, dass sie Arbeit findet.

 

Gunde, die Projektleiterin von AdoleScER, hat auch in diesem Jahr wieder unsere finanzielle Hilfe erbeten:
..“leider hat AdoleScER zum Jahresende wieder einige Probleme, finanziell über die Runden zu kommen. Es fällt mir nicht leicht,  Euch wieder um eine Unterstützung zu bitten,, eben weil Ihr schon mehrfach eingesprungen seid und entscheidend dazu beigetragen habt, dass 2009 allen Kindern und Jugendlichen ein guter Imbiss gegeben werden konnte und der Transport der jugendlichen Erzieher/innen für ihre Aufgaben in den verschiedenen Favelas gesichert war. 
Dieser Jahresabschluss ist besonders schwierig, da viele Menschen in Deutschland  nicht mehr so spenden können wie vor einigen Jahren.  So kommt es, dass trotz sparsamen Haushaltens AdoleScER nun eine Finanzlücke von EUR 5.000,00 bis zum Jahresende hat………..“

Wie glücklich und dankbar sind wir, dass wir von Euren Spenden diesen Betrag überweisen konnten. Postwendend erhielten wir von der Leiterin des Förderkreises für Brasilien, Frau Marita Mallmann, folgende Zeilen:
               
Euch und all denen, die mit so viel überzeugter Herzlichkeit spontan der Gruppe AdoleScER wie schon des Öfteren in schwerer Zeit zur Seite stehen, danken wir gerührt. Ihre finanzielle, aber auch solidarische Hilfe zur Selbsthilfe wird vielen Kindern und Jugendlichen aus den Elendsvierteln in Recife den „Rücken stärken“, Halt geben, Freude und Hoffnung schenken. – Mit herzlichen, dankbaren Grüßen und besten Wünschen für Sie alle, die Sie sich mit uns für Verbesserungen in der Welt einsetzen…..

Auch von Pepi, des Projektleiters von Galpao dos Meninos e Meninas de Santo Amaro in Recife erhielten wir einen ausführlichen Projektbericht, nachzulesen auf unserer website www.sacreddance.de  verbunden mit der Bitte um Unterstützung, und zwar werden € 3.650,00 benötigt. Diesen Betrag haben wir ebenfalls überweisen können. Im Kommentar heißt es:

„Im August teilte uns das Deutsch Brasilianische Kulturzentrum mit, dass es aufgrund einer akuten Finanzkrise die Partnerleistungen an Lohnkosten für die 3 Musiklehrerinnen des hiesigen Konservatoriums (Flöte, Violine, Cello) nicht mehr übernehmen könne. Dieser Kurs für 24 Kinder im Alter von 07 bis 12 Jahren ist jedoch von großer Bedeutung im Gesamtprogramm und brachte bereits gute Ergebnisse. Außerdem haben wir durch eine Spende des Deutschen Generalkonsulats die benötigten Musikinstrumente kaufen können, die nicht ungenutzt bleiben sollen. Somit haben wir, zunächst ohne Finanzträger, uns mit den Kindern, Familien und Musiklehrerinnen auf die Fortsetzung des Programmes bis zum Jahresende verpflichtet.“

Für das in uns gestellte Vertrauen danken wir Euch von ganzem Herzen. Wie würden wir uns wünschen, dass Ihr die wundervollen, tatkräftigen, mutigen Menschen vor Ort kennen lernen könnten und auch unsere Kinder und Familien. Wie dem auch sei: Wir werden weiterhin versuchen, gute Vermittlerinnen zu sein.

Nochmals 1000 Dank und alles erdenklich Gute, Liebe und Schöne

Friedel Kloke-Eibl                                 Saskia Kloke                                     Lydie Ruch   


 

Reisebericht über die Favela-Kinderprojekte in Rio de Janeiro
im September 2009
von Dr. Sabine Olbrich

Favela

Dr. Klaus Innecken, Mutter Rosemere, Gertrud Sorg, Julha,
Dr. Sabine Olbrich, Kataryna, Wellington, Jessica, Jussara

Auch in diesem Jahr reisten Friedel Kloke-Eibl (1.Vorsitzende), Tochter Saskia (2.Vor-sitzende) sowie Gertrud Sorg mit ihrer Tochter Kathrin, mein Mann Dr. Klaus Innecken und ich gemeinsam für 8 Tage nach Rio de Janeiro, um uns über den aktuellen Entwicklungsstand der Favela-Kinderprojekte zu informieren und um weitere Unterstützung vor Ort zu geben. Die Treffen waren von Claudia, einer brasilianischen Sozialarbeiterin, bereits vorbereitet. Sie betreut unsere Patenkinder und deren Mütter in Rio sehr liebevoll und fürsorglich.

Der erste Ausflug mit den Jugendlichen Laiane und Fernanda sowie Rosemarie und ihren fünf Kindern führte uns mit der Seilbahn auf den Zuckerhut, eines der Wahrzeichen von Rio. Die Freude war groß, denn Keiner von ihnen war jemals dort gewesen, obwohl doch alle in Rio wohnen. Wir genossen den herrlichen Ausblick und bei einem anschließenden gemeinsamen Abendessen erfuhren wir alle Neuigkeiten. Rosemarie und ihre Kinder machten einen sehr guten Eindruck. Vor zwei Jahren hatten wir ihnen ein neues Haus in einer besseren Favela besorgt, wo die Familie in Frieden wohnen kann. Zuvor lebten sie in einer ärmlichen Behausung unter häufigem Beschuss der Drogenmafia in Angst und Schrecken. Jetzt fühlen sie sich sehr wohl und sicherer. Die Kinder sind wieder gesund und gehen regelmäßig zur Schule.

Den 2. Ausflug unternahmen wir mit allen Patenkindern und deren Müttern nach Paqueta Island, einer autofreien Insel, die mit dem Boot ca. 1 Std. vor Rio liegt. Die Kinder genossen den Tag sehr! Nach einer gemeinsamen Wanderung und anschließendem Mittagessen konnten die Kinder nach Herzenslust spielen und Fahrrad fahren. Das ist in der Enge einer Favela oft nicht möglich. Klaus und Kathrin fuhren die Kleinen mit einer „Fahrraddroschke“ rund um die Insel, was begeistert angenommen wurde.

Während die Kinder spielten, unterhielten wir uns – unterstützt von Claudia als Dolmetscherin – mit den Müttern, um von ihren Nöten und Sorgen zu hören. So teilte uns Marion (Mutter von Amanda, Victor und Serjio) unter Tränen mit, dass bei ihr Unterleibskrebs diagnostiziert worden war. Sie bat um zusätzliche finanzielle Unterstützung für die Renovierung ihres Hauses. Inzwischen hat Friedel von Claudia erfahren, dass die ärztliche Behandlung gut angeschlagen hat und dass zurzeit zum Glück kein Krebs mehr nachgewiesen ist.
In den Gesprächen mit Claudia erfuhren wir auch, dass zurzeit zu den Jugendlichen Thaiana, die inzwischen ein Baby bekommen hat, und Thainara kein Kontakt besteht. Ihre Mutter war kurz zuvor an Aids verstorben. Die  Mädchen hatten erst vor einem Jahre ihren Vater an derselben Erkrankung verloren. Eine Tante hatte das Haus der Mutter verkauft, um angeblich die Beerdigung zu bezahlen. Seitdem ist über den Aufenthalt der Mädchen trotz aller Bemühungen von Claudia nichts bekannt.

Die anderen Kinder entwickeln sich prächtig! Alle Kinder gehen regelmäßig zur Schule und können lesen und schreiben. Sie sind mit Nahrungsmitteln, Medikamenten und zahnärztlicher Behandlung gut versorgt. Nach all den Jahren der Unterstützung ist die Veränderung deutlich zu sehen; die Kinder sind gesund, selbstbewusster und fröhlicher.

Laiane und Fernanda gehen weiter auf die Hafenschule von Pater Eckhart. Sie haben u.a. Grundkenntnisse in Englisch und Deutsch erworben. Es ist eine einzigartige Schule, weil sie 1200 Favelakindern die Möglichkeit bietet, Unterricht zu erhalten. Sie können dort sogar das Abitur machen und im Anschluss an die Schule verschiedene Berufe erlernen. Die Schule, die nur über Spenden finanziert wird, ist von ihrer Ausbildung her sehr viel besser als die staatlichen Schulen. Auch bekommen die Kinder dort mittags eine warme Mahlzeit. Wir haben in diesem Jahr erneut die Schule besucht, die wir finanziell unterstützen, und mit Conny, einer Deutschen, die sich maßgeblich für die Schule engagiert, gesprochen. Friedel hatte schon vor längerer Zeit Patenschaften zwischen brasilianischen Schülern dieser Schule und deutschen Kindern angeregt. Leider war der Austausch nur in einem Fall zustande gekommen. Vor Ort konnten wir dieses Projekt gemeinsam mit den Englischlehrerinnen neu planen und auf den Weg bringen.

Friedel hat der Schule angeboten, beim nächsten Besuch mit Schülern und Lehrern gemeinsam zu tanzen, was große Begeisterung hervorgerufen hat.
Da Pater Eckhart neben der Schule noch ein großes Krankenhaus auf Spendenbasis aufgebaut hat, konnten wir gleich für eine unserer Jungendlichen einen nötigen Operationstermin vereinbaren.

Es gäbe noch so vieles zu erzählen……………..!

Abschließend möchte ich erwähnen, dass es Friedels und Saskias Entschlossenheit und ihrem unermüdlichen Einsatz zu verdanken ist, dass sie bei ihrer Rückreise Paulo mitnehmen konnten. Die brasilianischen Behörden und auch die portugiesische Botschaft in Brasilia hatten kaum Hoffnung gemacht. Saskia wich bei der Einreise nicht von Paulos Seite und erledigte alle bürokratischen Formalitäten.

Allen, die sich finanziell und  zeitlich für die Kinder engagieren sei an dieser Stelle herzlichst gedankt! Für uns ist es immer wieder eine große  Freude, die Zeit in Rio mit unseren Patenkindern zu verbringen und so an ihrer Entwicklung teilzuhaben.

Betr.: PAULO Cesar Fontanele da Silva  aus Rio de Janeiro

 

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Friedel Kloke-Eibl und Paulo                  Saskia Kloke, Laiane, Friedel Kloke-Eibl

Heute kann ich Euch die überaus freudige Mitteilung machen, dass wir unser Patenkind Paulo mit nach Europa bringen konnten. Paulo und seine Schwester Laiane waren meine ersten Patenkinder. Vor fast 7 Jahren habe ich versprochen, Paulo nach Europa zu holen, falls er eifrig lernt (u.a. Englisch) und von den Drogen wegbleibt. Wie Ihr wisst, scheiterte unser erster Versuch. Man schickte Paulo zurück u.a. aus dem Grund, weil er zu wenig Geld bei sich hatte!!

Mit sehr  vielen  Instanzen hatten wir Kontakt;  Anita Patzschke aus Berlin sprach sogar bei Joschka Fischer (Außenminister a.D.) vor. – In Brasilien haben uns glücklicherweise Menschen bei den Ämtern und Ministerien weitergeholfen, denn ohne Beziehungen geht gar nichts. Schlussendlich gab uns die Portugiesische Botschaft  grünes Licht.

Paulo ist in den Niederlanden und nach seiner Auffassung im „wonderland“, sehr , sehr glücklich und dankbar und wir, Saskia, Lydie und ich sind es auch. Er wird bis zum 15. Dezember in Europa bleiben. Seine Herbstferien hat er zusammen mit Nanni und ihrer Familie bei mir verbracht. Die Reportagen im Fernsehen über die jüngsten Geschehnisse in seiner und der benachbarten Favela haben ihn sehr erschüttert. Auch sein Haus stand unter Beschuss und viele der Bewohner können nicht zurück in ihr Heim, da man einen neuen Ausbruch des Bandenkriegs erwartet. Wir hoffen, für Paulo ein Visum zu bekommen, damit er zum Pferdepfleger ausgebildet werden kann.

Für Euer Mitdenken, Mitfühlen und Eure Unterstützung danke ich Euch von ganzem Herzen.  Ich wünsche Euch alles erdenklich Gute, Liebe und Schöne und grüße Euch herzlich

Friedel Kloke-Eibl

 

Favela Kinderprojekt
                                                                                                         Rio 2009

UNSERE PATENKINDER in RIO

Favela Kinderprojekt
Maria Eduarda “Duda”

Favela Kinderprojekt 
Amanda, Beatrice,Wellington, Kataryna

 

Favela Kinderprojekt 
Marco

Favela Kinderprojekt
Gabrielle, Friedel Kloke-Eibl

Favela Kinderprojekt 
Mutter Marion, Amanda

Weitere Patenkinder der “Stichting Favela":
Serjio, Victor , Crislane, Thaiana + Baby, Thainara, Fernanda, Igor, Joao Marco

Translation:

Re.: Paulo Cesar Fontanele da Silva  from Rio de Janeiro

My Dears,

Like every year Sasia and I visited our „Favela children“ and their mothers as well as the projects  and project managers in Brasil.  It´s always better to see with one’s own eyes how everything has developed and in what way some things may need to be rearranged.

Today I can give you a happy notice, Saskia and I have been able to bring to Europe our „Favela child“ Paulo.
We had to contact several authorities.  Anita even talked with Joschka Fischer (our retired foreign secretary).  In Brasil nothing is possible without the proper connections and luckily enough we’ve found people who were willing to help us. At the end the Portugal embassy gave us the go ahead.

Paulo is now in the Netherlands and from his point of view in „Wonderland“ and he is very very happy, this also applies to Saskia and  myself.   He will stay in Europe until the 15th. of December and will visit me during the autumn holidays.

We would like to  thank you from the bottom of our heart for your thoughts, sympathy and support. 
All our love and best wishes for you all

Friedel

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