1. Favela Prospekt deutsch
2. „Stichting Favela-Kinder Rio“ - Berichte
3. Pater Eckart – Hafenschule  Link zu: www.vot.com.br
4. Recife – Galpao de Meninos e Mininas de Santo Amaro
5.   Recife AdoleScer - Jahresbericht 2011

 

Großkrotzenburg, den 08.12.2011

Meine lieben Freunde und Wohltäter,

Frieden und Heil!
Mit diesem Gruß, den wir vom Heiligen Franziskus überliefert bekommen haben, möchte ich Sie persönlich grüßen und einige Informationen senden:
Seit 50 Jahren bin ich in Brasilien tätig, habe dort meine Vorbereitung für den Eintritt in die Franziskanerprovinz von der Unbefleckten Empfängnis in Sao Paulo und für den Priesterberuf begangen. In dieser Zeit war ich Kaplan in einer Vorstadtpfarrei und Direktor einer brasilianischen Schwesternkongregation, dann Pfarrer in Sao Paulo und Direktor eines Hochschulkurses für franziskanische Spiritualität und Pastoral in Petropolis/Staat Rio de Janeiro.
Darauf wurde ich in die Leitung der Rechtsabteilung der Provinz berufen. Während dieser Dienstzeit kam 1987 die Entsendung nach Rio, um im Auftrag der Provinz und des Erzbischofs, Kardinal Dom Eugenio de Araujo Salles, das bankrotte Sozialwerk des Drittordens (VOT) für die Kirche und die armen Leute zu retten und zu einem brauchbaren Dienst für alle zu erstellen. Dies ist mir in langer und harter Arbeit gelungen. Viele Tausende von Kranken, Alten, Kindern, Priestern und Ordensfrauen konnte in ihren Anliegen und Nöten geholfen werden. Gott sei Dank! Auch Sie haben zum Wiederaufbau dieser Institution beigetragen. Darum dieser Brief als Zeichen des Dankes und der Wertschätzung.
Nach 25 Jahren Dienst im Sozialwerk des Dritten Ordens, wurde ich im März 2011 von dieser Aufgabe aus gesundheitlichen Gründen entbunden. Unser derzeitiger Erzbischof, Dom Orani, hat den Gründer eines Hospitalverwaltungsordens berufen, meine Arbeit weiterzuführen. Mir wurde vom Erzbischof die Sorge für die sozialen Initiativen übertragen, also die Hafenschule, die Favela-Vorposten (Gemeindezentren in den Favelas), das Kinderdorf in Tanguá und die Altenbetreuung.
Mit der Entpflichtung von der Aufgabe im Krankenhaus, war die Auflage verbunden, mich einer umfassenden medizinischen Untersuchung und Behandlung zu unterziehen.
Dies habe ich gemacht und wurde praktisch zwei Monate in verschiedenen Krankenhäusern einschließlich einer Knieoperation festgehalten. Momentan fühle ich
mich nicht in der Lage meine Dienste in Brasilien wahrzunehmen. Ich musste die Erfahrung machen, dass der Krankenhausaufenthalt den Körper schwächt. Inzwischen gehen in Rio die Arbeiten weiter.
Wir sind aber noch vor eine andere wichtige Veränderung im Sozialwerk gestellt:
Die neue brasilianische Rechtslage macht es erforderlich, dass die bisher unter einheitlicher Verwaltung von mir stehenden Aktivitäten und Projekte des VOT getrennt werden müssen in die Bereiche Gesundheit, Bildung und Soziales. Für jeden dieser Bereiche muss dann die Gemeinnützigkeit gesondert beantragt und dauerhaft nachgewiesen werden.
Das führt unter anderem dazu, dass das Krankenhaus nicht mehr wie bisher zur Finanzierung der Hafenschule und der Sozialeinrichtungen in Rio de Janeiro und den benachbarten Städten beitragen kann. Sowohl die Bildungseinrichtungen wie auch die Sozialwerke müssen nun eigenständig finanziert werden.
Da ist etwas Wunderbares und nicht zu Erwartendes geschehen. Alle Mitarbeiter und Wohltäter (die Freundeskreise Pater Eckart in Lohr und in Köln, die Rotarier aus Lohr und Schliersee, die Georg Ludwig Rexroth-Stiftung, das Kindermissionswerk/Die Sternsinger, Aachen, AIDA München e.V., Dr. Norbert Lehmann und KIBRA, Brasilienhilfe e.V., Pax Bank, Köln) haben sich zu einem Aktionsbündnis zusammengeschlossen und wollen auf jeden Fall die sozialen Einrichtungen , die ich im VOT vorfand und erweiterte, weiter unterstützen und haben mich gebeten die finanzielle Vorsorge für die sozialen Einrichtungen zu übernehmen, also die Aufgabe des "Botschafter des Sozialen" und so allen, die dem Sozialwerk verbunden sind, ein Stück Zukunft und Gerechtigkeit erfahren zu lassen.
Meine lieben Freunde und Helfer. Es geht hiermit an Sie die herzliche Bitte auch weiterhin die sozialen Initiativen zu unterstützen. Ja, wir müssen mehr als bisher Hilfe leisten, damit jene, die Gott uns sendet, ein Stück heile Welt und wahre Solidarität erfahren können.
Ihnen, meinen aufrichtigen Dank und Gottes Segen.

Ihr Pater Eckart Höfling OFM
Intensivseminar

 

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Intensivseminar

Friedel Kloke-Eibl und Pater Eckart Friedel Kloke-Eibl und Pater Eckart
Friedel Kloke-Eibl und Pater Eckart

Pater Eckart begründete und leitet eine in Brasilien einzigartige Schule mit 1200 Favela-Kinder, ein großes Krankenhaus, eine Art SOS-Kinderdorf, in dem (einige schon im Säuglingsalter) missbrauchte und verwahrloste bzw. von ihren Müttern verlassene Kinder betreut werden. haben wir auch diesmal nicht angetroffen, jedoch Conny, seine rechte Hand. Im vorigen Jahr wurde ihm in Deutschland von Bundesaußenminister Steinmeier die Quadriga überreicht und auch jetzt war er wieder auf Reisen und bemühte sich, Spender zu finden, um weitere Projekte verwirklichen zu können. Im vorigen Jahr haben zum ersten Mal in der Geschichte Brasiliens 18 junge Menschen aus Favelas an der von Pater Eckart gegründeten Hafenschule mit 1200 Schülern und Schülerinnen das Abitur gemacht. Zwei unserer Patenkinder wurden in diese Schule aufgenommen – Laiane und Fernanda – und werden in 1 bzw. 2 Jahren das Gymnasium besuchen dürfen.
Wir haben angeregt, dass Schüler aus einer Klasse Rio in Briefwechsel treten mit einer Schulklasse in Marktoberdorf. Die jeweiligen Englisch-Lehrer haben sich bereit erklärt, die Kinder zu begleiten.
Weitere Informationen über das segensreiche Tun von Pater Eckart finden sie unter www.vot.com.br
In den vergangenen Jahren hat die  „Stichting Favela-Kinder Rio“ € 5.000,-- gespendet und unterstützt außer unseren beiden Patenkindern monatlich 5 weitere Schüler.


Auszug aus dem Rundschreiben 12/2009 vom Freundeskreis Brasilien, PaterEckart e.V.

Liebe Freunde von Pater Eckart,

seit 13 Jahren hilft unser Freundeskreis mit Ihrer Unterstützung Pater Eckart bei seiner segensreichen Arbeit in Rio de Janeiro. Zwischenzeitlich ist die Zahl der betreuten Kinder und Jugendliche auf 2.000 angewachsen.

Dank Ihrer Spenden konnten wir seitdem im Elendsviertel Vidigal, wo 40.000 Menschen   wohnen, hunderten von Kindern und Jugendlichen, die außerhalb der Gesellschaft standen, „ein Stück heile Welt“ vermitteln. Das Gemeindezentrum ist zu einer festen Einrichtung in einem gut funktionierenden sozialen Gemeinwesen geworden: Mit Ihrer Hilfe ist es möglich, Kindern Wege aus Kriminalität, Prostitution, Drogensumpf, Hunger und Krankheit zu ebnen.

Unser zweites Projekt, die Hafenschule des Drittordens, hat sich zu einer gewalt- und drogenfreien Insel im Hafenviertel entwickelt. Von den Schulabgängern der letzten Jahre schafften alle den Sprung aus dem Analphabetismus der Favelas. Junge Leute sind dabei, im Berufsleben Fuß zu fassen und eine weiterführende Ausbildung oder ein Studium wahrzunehmen.

Unser Nachhaltigkeit in der Unterstützung bestätigt uns in dem Grundsatz: Hunger und Armut können im Wesentlichen nur durch Vermittlung von Wissen und Bildung bekämpft werden…..

WM und Olympische Spiele:
Segen oder Fluch für die Armen ?

Wenn 2012 die Idole der Fußballfans in Brasilien um Weltmeisterehren streiten und 2016 die Jugend der Welt in Rio de Janeiro bei den Olympischen Spielen zusammentrifft, dann sind auch handfeste wirtschaftliche Interessen im Spiel.

Südamerika wird sich nicht lumpen lassen. Und die Metropole am Zuckerhut schon gar nicht. Viel Geld wird fließen in die Renovierung und den Neubau der Sportstätten, in Verkehrsinfrastruktur und Hotels.

Machen solche Sport-Megaevents die Reichen noch reicher und die Armen ärmer ?
Das ist grundsätzlich naheliegend, denn auf die Menschen am Rande der Gesellschaft wird sicher keine Rücksicht genommen.

Aber es gibt Ausnahmen:
Mit Schulabschluss, einer soliden handwerklichen Ausbildung, mit Fertigkeiten wie EDV-Kenntnissen oder wirtschaftlichem Grundlagenwissen werden die Schützlinge Pater Eckarts profitieren. Ob in den Hotels, den Geschäften oder bei der Betreuung der Sportler aus aller Welt: Junge Leute mit guter Ausbildung werden gefragt sein. Auch und vor allem solche, die durch Pater Eckarts „Hände“ geprägt worden sind.

   

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