Die DANCE COMMUNITY organsierte ein Symposium zum Thema „Die 7 freien Künste“.

Ich habe darüber einen Vortrag gehalten. Hier eine kurze Einführung:
In meinem Buch „Tanz und Klang und tiefe Stille“ habe ich in dem Kapitel „Die Begegnung mit dem Tänzer, Ballettmeister und Choreographen Prof. Bernhard Wosien - Vermächtnis und Auftrag – habe ich über unser letztes Telefongespräch genau eine Woche vor seinem Tode berichtet.
Voller Begeisterung, ja mitreißend ließ er vor meinem geistigen Auge eine Bildungsstätte entstehen. Dort sollten sich die Menschen den 7 schönen Künsten und dem Philosophieren widmen können. Seine Vision war, auf diese Weise Menschen zu helfen, den homo ludens und den homo religiosus, der sich nach Vereinigung mit dem Göttlichen sehnt, (neu) zu entdecken und ihre eigenen - vielleicht noch schlummernden schöpferischen Kräfte zu entfalten.

In der Antike waren Theologie und Philosophie noch nicht voneinander getrennt sondern einer Wurzel. Vor allem aber war das Gymnasion eine musische Einweihungsstätte. Auch die Körperschulung geschah zu Ehren des höchsten Gottes und demgemäß auch alle Ausübungen, die musischen oder wissenschaftlichen Studien gewidmet waren. So ist die Hohe Schule des klassischen Tanzes – nach Wosien - eine durch die Zeiten hindurchgetragene pädagogische Einweihung des antiken Gymnasions. Und beruht auf dem Menschbild der Antike: Körper – Seele – Geist sind in Harmonie.

A.von Bath schildert in seinem Traktat »de eodem et diverso« wie ihm in einer Meditation zwei Geistgestalten: die Philokosmie mit ihrem Gefolge und die Philosophie umgeben von den sieben freien Künsten erschienen. Die Philokosmie will ihn zur sinnlichen Lust, Reichtum, Macht etc. verführen, die Philosophie aber zeigt ihm, dass die Seele der Lichtwelt entstammt und dass die 7 freien Künste die in den Leib verstrickte Seele wieder in jene geistigen Höhen zu erheben vermag, in der sie vor der Geburt lebte.

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